Microsoft Journal: Neue Notiz-App für Windows 10

Microsoft stellt eine neue Windows-App für handschriftliche Notizen vor: Journal ist ein Projekt aus der Microsoft Garage, dem Experimentier-Labor für neue Tools. Du kannst die innovative Notiz-App für Windows 10 jetzt ausprobieren. Meine ersten Eindrücke von Journal fasse ich in diesem Blog-Artikel zusammen. Unten findest Du außerdem den Download-Link.



Journal – noch eine Notiz-App von Microsoft?

Journal ist eine Windows-App für digitale Notizen und erinnert auf den ersten Blick an OneNote. Du kannst in Journal eigene Notizbücher für verschiedene Zwecke erstellen. Diese Notizbücher umfassen bislang keine Abschnitte wie in OneNote, sondern ausschließlich Seiten mit fester Größe. Auf diesen Seiten kannst Du handschriftlich etwas schreiben, zeichnen oder malen – im Idealfall natürlich mit einem Grafiktablett* oder auf einem Tablet-PC mit digitalem Stift*. Dabei stehen unterschiedliche Arten von Stiften zur Verfügung, zum Beispiel Filzstift, Bleistift und Textmarker in verschiedenen Farben und Stiftstärken.

Beispielseite in Microsoft Journal
Beispielseite in Microsoft Journal

Der Clou: Es gibt in der Menüleiste nur wenige sichtbare Funktionen. Stattdessen erstellst und bearbeitest Du Deine Notizen fast ausschließlich mit dem digitalen Stift*. Journal erkennt verschiedene Stiftgesten und erlaubt so diverse Interaktionen:

  • Schreibe und zeichne mit dem Stift auf jeder Stelle der Seite – wie auf Papier.
  • Blättere durch die Seiten im Notizbuch, indem Du mit dem Finger übers Display wischst.
  • Unterstreiche den Titel auf der Seite. Journal erkennt und wertet ihn dann automatisch als Überschrift.
  • Kreise ein oder mehrere Wörter ein, um sie zu markieren. Du kannst sie auch mit dem Finger antippen und dann händisch verschieben.
  • Kritzle über ein oder mehrere Wörter, um sie zu löschen bzw. wegzuradieren.
  • Gezeichnete Spiegelstriche und -punkte erkennt Journal automatisch als Liste.
  • Tippe auf eine leere Stelle auf einer Seite, um Freiraum einzufügen oder auf eine neue Seite zu ziehen.

Schon nach ganz kurzer Zeit habe ich die Stift- und Touch-Gesten verinnerlicht und erstelle meine digitale Notizen auf dem Tablet-PC* intuitiv. Obwohl Journal noch in der frühen Entwicklung steckt, klappt alles flüssig und reibungslos. Schon jetzt ist beeindruckend, wie gut die künstliche Intelligenz im Hintergrund funktioniert und Besonderheiten in den Aufzeichnungen auf der Seite automatisch erkennt.

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Weitere Funktionen in Journal: Was geht noch?

Die Entwickler der Microsoft Garage haben Journal schon einige weitere Funktionen spendiert, die die Arbeit mit den digitalen Notizbüchern noch vielseitiger macht:

  • Suche in allen Notizen auf allen Seiten nach bestimmten Begriffen – ausschließlich per Stiftbedienung.
  • Markiere Teile Deiner Notizen mit einem Stern, um sie einfacher wiederzufinden.
  • Importiere PDF-Dokumente und füge handschriftliche Notizen darauf hinzu.
  • Versende den Inhalt einer Seite in Journal per E-Mail.
  • Ziehe Notizen von einer Seite in andere Apps und Programme. Im Idealfall wird Deine Handschrift dabei erkannt und in getippten Text umgewandelt.

Auf Wunsch kannst Du Dich in Journal mit Deinem Benutzerkonto für Microsoft 365 (Education) verbinden. Dann kann die Windows-App auf einige Informationen zugreifen:

  • Erstelle Notizen zu einer Besprechung in Deinem Kalender.
  • Nutze das @-Zeichen, um Personen in Deinem Adressbuch zu erwähnen.

Übrigens: Alle Artikel in diesem Blog kannst Du kostenlos lesen. Vielleicht magst Du mir dafür als kleine Unterstützung einen Kaffee spendieren? ☕😉

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Fazit: Meine Meinung zu Microsoft Journal

Die Notiz-App Journal macht einen vielversprechenden Eindruck – jetzt schon! Getestet habe ich Journal auf dem Surface Pro 7* mit dem aktuellen Surface Pen*. Mehr noch als in OneNote oder in der Whiteboard-App habe ich das Gefühl, hier wie auf Papier flüssig zu schreiben und zu zeichnen. Die intuitiven Gesten sind klug ausgewählt und schnell zu lernen. Die Erkennung von Notizen, Zeichnungen und Skizzen geht weit über das hinaus, was ich im Teststadium der App erwartet hätte. Das Projekt aus der Microsoft Garage macht wirklich Lust auf mehr!

ABER: Brauchen wir wirklich noch eine Notiz-App – zusätzlich zu OneNote? Schon jetzt häufen sich die Fragen bei Nutzern, wann man denn nun lieber Whiteboard oder Kurznotizen oder die Zeichenfunktionen in Word und PowerPoint nutzen sollte. Journal noch irgendwo dazwischen positionieren zu wollen, halte ich für strategisch unklug und mit Blick aufs große Potenzial der neuen App auch für verschenkt.

Stattdessen hoffe ich, dass die Produktteams bei Microsoft auf dieses feine Garage-Projekt aufmerksam werden und schleunigst die Zusammenarbeit suchen. Ich könnte mir die innovativen Handschriftfunktionen in Journal wunderbar in OneNote oder Whiteboard vorstellen. Die Integration der pfiffigen Stiftgesten und das intuitive Schreib-Feeling würden die beiden bereits etablierten Apps sehr bereichern und funktional ein gutes Stück nach vorne katapultieren. Mindestens die angestaubten Zeichenfunktionen in OneNote könnten diese Verbesserung sehr gut gebrauchen. Vielleicht kann Microsoft dank Journal hier mal wieder eine längst überfällige Duftmarke setzen.


Download von Journal per Microsoft Store

Du kannst Journal jetzt kostenlos und ohne Einschränkungen ausprobieren. Per Microsoft Store kannst Du die App für Windows 10 herunterladen und auf Deinem Gerät installieren:

Wie ist Dein erster Eindruck von Journal? Welche Funktionen der Notiz-App gefallen Dir gut? Was würdest Du Dir für die Zukunft von Journal wünschen? Ich freue mich auf Deine Meinung als Kommentar unter diesem Blog-Artikel!

Übrigens: Windows 10 umfasst noch viele weitere Apps und Dienste, die Du für Schule und Unterricht sinnvoll einsetzen kannst. Tipps, Ideen und Praxisbeispiele findest Du in meinem Handbuch „Microsoft 365 Education“.


1 Gedanke zu „Microsoft Journal: Neue Notiz-App für Windows 10“

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