Open Source für Windows 10: Freie Software für die Schule

Kommerzielle Software und Open Source – das muss kein Widerspruch sein! Es gibt freie Software für Windows 10, die die in Microsoft 365 enthaltenen Apps und Tools perfekt ergänzen. Manche Programme können gerade für Lehrer*innen und Schüler*innen eine große Hilfe sein. Weil der Quellcode der Software öffentlich einsehbar ist, musst Du Dir beim Installieren auf Deinem PC meist weniger Gedanken um den Datenschutz machen. Die beliebtesten Open-Source-Programme für Schule und Unterricht stelle ich Dir in diesem Blog-Artikel vor.

Wichtig: Stelle immer sicher, dass Du freie Software von den Original-Websites der Entwickler herunterlädst. Im Internet gibt es viele unseriöse Quellen, die Installationsdateien mit integrierter Schad-Software anbieten. Beachte immer auch die Warnhinweise im Bereich Windows Sicherheit, damit Dein Lehrer-PC geschützt bleibt. Alle Download-Links in diesem Blog-Artikel kannst Du sorgenfrei aufrufen.


VLC Media Player: Video- und Audio-Dateien abspielen

Der VLC Media Player gehört zu den beliebtesten Open-Source-Programmen weltweit. Du solltest die freie Software unbedingt auf Deinem Windows-PC installieren. Mit ihr kannst Du im Unterricht oder zu Hause nahezu jede Art von Video- und Audio-Datei flüssig abspielen. Dafür sollte Dein Laptop oder Tablet-PC natürlich mit einem Beamer oder Smartboard verbunden sein.

VLC Media Player - Mediaplayer für Video- und Audiodateien
VLC Media Player – Mediaplayer für Video- und Audiodateien

Eigentlich ist dafür in Windows 10 die vorinstallierte App Filme & TV vorgesehen. Diese kommt aber beim Abspielen mit manchen Videoformaten nicht klar. Außerdem bietet sie längst nicht so viele praktische Zusatzfunktionen wie der VLC Media Player. Mit dem VLC Media Player kannst Du zum Beispiel auch Bild und Ton bei asynchronen Videos ausgleichen, Streams aus dem Internet abspielen und Mediendateien in andere Formate umwandeln.

Die Desktop-Version für Windows 10 findest Du auf der folgenden Website:


Audacity: Gratis-Software für Audiobearbeitung

Das finde ich unverständlich: Windows 10 enthält die App Sprachrekorder für Audio-Aufnahmen und den Video-Editor in der Fotos-App für einfachen Videoschnitt. Ein Programm für die Bearbeitung von Audiodateien sucht man aber vergeblich. Wenn Lehrer mit ihren Schülern zum Beispiel ein Hörspiel, eine Radiosendung oder einen Podcast produzieren möchten, müssen sie deshalb eine alternative Software finden.

Audacity ist eine freie Software für Audio-Projekte. Das Programm enthält viele Funktionen, um mit einem Mikrofon* aufgenommene Sprachaufnahmen zu schneiden, klanglich zu verändern oder mit Musik zu unterlegen. Viele Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen entstehen mithilfe von Audacity – vor allem natürlich, weil die Software im Vergleich zu teuren Profi-Programmen kostenlos ist.

Audacity - freie Software für Audio-Projekte
Audacity – freie Software für Audio-Projekte

Zugegeben: Die Benutzeroberfläche von Audacity wirkt wenig modern und anfangs unübersichtlich. Wenn man sich ein bisschen eingearbeitet hat, ist das Open-Source-Programm für die meisten Audio-Projekte im Unterricht aber eine geeignete Lösung.

Übrigens: Wenn Du eigene Erklärvideos erstellen oder mit Deiner Klasse eine eigene TV-Sendung produzieren möchtest, findest Du alle Infos dazu in meinem Praxishandbuch „Microsoft 365 Education“.

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Inkscape: Vektor-Grafiken erstellen

Zum Erstellen von Grafiken empfehle ich Dir Inkscape. Mit dieser freien Software kannst Du zum Beispiel Tafelbilder, Infografiken, Logos, technische Diagramme, Comics und große Schriftzüge gestalten. Diese kannst Du dann zum Beispiel auf Arbeitsblättern oder in Präsentationen für den Unterricht einsetzen.

Inkscape - kostenlose Software für Vektorgrafiken
Inkscape – kostenlose Software für Vektorgrafiken

Mit Inkscape entstehen sogenannte „Vektor-Grafiken“. Das heißt: Alle Formen und Elemente in den Bilddateien basieren auf mathematischen Berechnungen. Sie können deshalb ohne Qualitätsverlust beliebig vergrößert werden – anders als bei pixeligen Fotos. Viele Grafiken in diesem Blog sind als Vektorgrafiken entstanden, zum Beispiel auch das Logo. Natürlich unterstützt die Software auch das Zeichnen mit Grafiktablett* oder Tablet-PC plus digitalem Stift*.

Im Gegensatz zu teurer Profi-Software wie Adobe Illustrator* ist Inkscape ein Open-Source-Programm und damit kostenlos. Noch ein Vorteil: Die App lässt sich auch bequem per Microsoft Store installieren.


7-Zip: Dateien und Ordner packen und entpacken

Du bist sicher schon mal auf ZIP-Dateien gestoßen. Dahinter verbergen sich komprimierte Ordner, in denen meist mehrere Dateien zusammengepackt werden. Die gepackten ZIP-Dateien benötigen meist weniger Speicherplatz. Deshalb eignen sie sich zum Beispiel gut zum Archivieren oder Versenden von Dokumenten und Bildern.

Die Funktion zum Erstellen und Entpacken von ZIP-Dateien ist in Windows 10 schon integriert. Die freie Software 7-Zip komprimiert erfahrungsgemäß aber noch schneller und stärker. Außerdem beherrscht sie auch andere „gepackte“ Dateiformate, denen Du manchmal bei Downloads aus dem Internet begegnest (z. B. mit den Dateiendungen „.rar“, „.gz“ oder „.tar“).

Wenn Du 7-Zip auf dem PC installierst, findest Du die Funktionen zum Packen und Entpacken von Ordnern im Kontextmenü der rechten Maustaste. 7-Zip ist für Lehrer und Schüler sicher kein Pflichtprogramm, kann aber ein praktischer Helfer im Büroalltag am Computer sein.


LibreOffice: kostenlose Alternative zu Microsoft Office?

Tja, wer über Open-Source-Software schreibt, muss der Vollständigkeit halber auch LibreOffice erwähnen. Dahinter verbirgt sich eine Zusammenstellung mehrerer Büro-Programme – angelehnt an Microsoft Office. Zu den bekanntesten Profi-Programmen gibt es jeweils ein Pendant:

  • Die Textverarbeitung heißt Writer (statt Microsoft Word).
  • Die Tabellenkalkulation heißt Calc (statt Microsoft Excel).
  • Für Präsentationen gibt es Impress (statt Microsoft PowerPoint).
  • Datenbanken erstellst Du mit Base (statt Microsoft Access).
  • Writer - Textverarbeitung in LibreOffice
  • Impress - Präsentationen mit LibreOffice
  • Calc - Tabellenkalkulation in LibreOffice

Wenn Lehrer*innen auf kommerzielle Software verzichten möchten oder müssen, dann kommen sie um LibreOffice kaum herum. Ich persönlich kann die Alternative zu Microsoft Office aus vielen Gründen leider nicht empfehlen – auch wenn ich mir dafür sicher böse Kommentare aus der engagierten Open-Source-Community einhandeln werde.

Mehr Nachteile als Vorteile:

  • Sowohl LibreOffice als auch das Parallel-Projekt OpenOffice werden schon seit vielen Jahren entwickelt – mehr oder weniger kontinuierlich. Trotzdem ist die Standard-Benutzeroberfläche aus Usability-Sicht eine Katastrophe! Die Menüs sind überfrachtet und für mein Empfinden ziemlich hässlich. Bei Schulungen bestätigen mir Lehrer*innen oft, dass sie die Programme in LibreOffice überhaupt nicht benutzerfreundlich finden und ständig nach irgendwelchen Funktionen suchen müssen. Spaß macht die Arbeit mit LibreOffice so kaum.
  • Der Funktionsumfang von LibreOffice hinkt zudem meilenweit hinter Microsoft Office hinterher: Handschrift-Erkennung auf Tablets? Diktierfunktion in mehreren Sprachen? Automatische Untertitel bei Präsentationen? Erklärvideos aus Tafelbildern erstellen? Prüfung der Barrierefreiheit? Web-Apps für ortsunabhängiges Arbeiten? – Die Liste ließe sich noch um viele Funktionen erweitern, bei denen die Office-Programme von Microsoft klar die Nase vorn haben. Zeitgemäß ist das Arbeiten mit LibreOffice so nicht!
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  • Die verschiedenen Programme in LibreOffice sind nicht so gut miteinander vernetzt wie die zahlreichen Tools in Microsoft Office. Da klappt der Austausch von Inhalten zwischen den Apps auf vielen Ebenen besser. Auch die konsequente Anbindung an die Cloud OneDrive sorgt nach meiner Erfahrung für ein ganzheitlicheres Erlebnis beim Erstellen von Unterrichtsmaterial als mit LibreOffice.
  • Trotz versprochener Kompatibilität: Immer wieder kommt es bei Lehrkräften zu Schockmomenten, weil Dokumente aus LibreOffice bei anderen plötzlich nicht mehr aussehen wie gedacht! Bei Arbeitsblättern mit Writer und Präsentationen aus Impress verschiebt sich gerne mal das Layout. Das nervt! Bei Nutzern der aktuellen Versionen von Office 365 höre ich das seit einigen Jahren nur noch selten.
  • Ein vollständiger Ersatz für Microsoft Office ist LibreOffice definitiv nicht: Für unschlagbare Produktiv-Software wie OneNote und Microsoft Teams gibt es bislang kein gleichwertiges Pendant – auch insgesamt nicht im Open-Source-Bereich. LibreOffice enthält auch keine Alternative zu beliebten Tools wie Microsoft Forms für interaktive Formulare oder Outlook als übermächtiges Mail- und Kalenderprogramm. Dafür müsste zusätzlich weitere freie Software wie Thunderbird installiert und separat eingerichtet werden.

Mein persönliches Fazit zu LibreOffice:

Als freie Software ist LibreOffice ein erstaunlich umfangreiches Paket, mit dem man typische Büroaufgaben erledigen kann. Keine Frage! Wer als Lehrer*in so produktiv wie möglich sein möchte, schnell zu sehenswerten Ergebnissen kommen will, einfach zu bedienende Komfortfunktionen schätzt, gerne kreativ arbeitet und sich über regelmäßige Updates freut, trifft mit den Office-Programmen in Microsoft 365 Education die deutlich bessere Wahl. Wie Du damit Deinen Unterricht bereicherst und Dich als Lehrer*in effizient organisierst, erfährst Du in meinem umfangreichen Praxishandbuch.

Wer LibreOffice trotzdem mal ausprobieren und sich selbst von den Vor- und Nachteilen überzeugen möchte, findet hier den Download-Link:

Übrigens: Alle Artikel in meinem unabhängigen Blog-Projekt kannst Du kostenlos lesen. Damit das auch so bleiben kann, freue ich mich über jede Unterstützung. Vielen Dank dafür! 😊

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3 Gedanken zu „Open Source für Windows 10: Freie Software für die Schule“

  1. Was ist mit PDF 24 als freies Programm?
    Das hat viele tolle Funktionen.
    Wir nutzen Libre Office für unsere Leih-Notebooks . Dort kann man die Dateien nicht im PDF-Format speichern.
    Dann braucht man das.

    Antworten

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