Dienstgeräte für Lehrer: Wo bleiben Tablets und Laptops für Schulen?

UPDATE vom 08.01.2022: Was ist eigentlich aus dem vollmundigen Versprechen geworden, alle Lehrer*innen mit Dienstgeräten auszustatten? Das Ziel wurde bereits im August 2020 ausgerufen, laut aktueller Umfrage in meiner Twitter-Community aber noch lange nicht erreicht.

Knapp ein Drittel der Teilnehmenden gibt Ende 2021 an, immer noch kein Dienstgerät für die Schule erhalten zu haben. Das Ergebnis der Umfrage ist natürlich nicht repräsentativ, deckt sich aber mit vielen Erfahrungsberichten in der Lehrer-Community.


Das Ergebnis beschreibt immerhin eine Trendwende. Im Verlauf des vergangenen Jahres habe ich die Frage zu Dienstgeräten mehrfach gestellt (s. u.). Im Vergleich zu früheren Umfragen (s. u.) haben mittlerweile offenbar deutlich mehr Lehrkräfte einen Tablet-PC oder Laptop erhalten.

Neue Geräte, neue Probleme

Aus den Berichten und Kommentaren bei Facebook und Twitter geht aber noch mehr hervor:

  • Viele Lehrende haben offenbar ein iPad* als Dienstgerät erhalten – meist in der Standard-Version. Einige mussten das für Schulzwecke elementare Zubehör wie Tastatur* und Stift* selbst anschaffen. Als weiteres Gerät wird das Surface Go von Microsoft* häufig genannt..
  • Viele Lehrkräfte fühlen sich mit der Einrichtung der Geräte allein gelassen. Nur selten gibt es passende Anleitungen und entsprechende Angebote für Fortbildungen. Manche behelfen sich untereinander und tauschen sich nach Möglichkeit mit Kolleg*innen aus.
  • Einige Schulen übernehmen die Einrichtung und Verwaltung der angeschafften Laptops und Tablets selbst. Diesen zusätzlichen Aufwand decken engagierte Lehrkräfte aus dem Kollegium in ihrer Arbeitszeit ab.
  • Wenn externe Dienstleister beauftragt wurden, sind die Geräte nur stark eingeschränkt nutzbar: Lehrer*innen können selbst keine Apps und Programme installieren, keine bereits bestehenden Benutzerkonten einrichten und nicht wie gewohnt auf ihre Dateien in der Cloud zugreifen.
Hinweis auf PayPal
  • Einige Lehrer*innen berichten von abschreckenden Verträgen, die sie bei der Aushändigung der Dienstgeräte unterschreiben sollen. Vielen ist zum Beispiel unklar, ob die Nutzung extern kontrolliert wird und wer bei Schäden für Ersatz oder Reparaturen haftet.
  • Tablets mit kleinem Bildschirm bzw. die oft schwachbrüstigen Laptops reichen den meisten Lehrer*innen nicht aus. Sie nutzen zu Hause also weiterhin ihren selbst angeschafften Computer, um Unterricht vorzubereiten und sich digital zu organisieren.
  • Die oben genannten Schwierigkeiten führen oft dazu, dass die angeschafften Dienstgeräte originalverpackt und ungenutzt bleiben. Es gibt keine Erkenntnisse darüber, wie viele Tablets und Laptops nur „teure Briefbeschwerer“ sind.

Wie sind Eure Erfahrungen mit der Vergabe von Dienstgeräten? Habt Ihr einen ausreichenden Tablet-PC oder Laptop erhalten? Wie zufrieden seid Ihr mit der Ausstattung und der Betreuung? Wo muss aus Eurer Sicht nachgebessert werden? Ich freue mich wie immer über Eure Kommentare unter diesem Artikel!


UPDATE vom 16.06.2021: Die Beschaffung von Dienstlaptops und -Tablets für Lehrer*innen kommt weiterhin nur schleppend voran. Laut Umfrage vom vergangenen Wochenende haben mehr als die Hälfte aller Befragten nach wie vor kein Dienstgerät gestellt bekommen. Einige kritisieren, dass es sich häufig nur um schwachbrüstige Laptops handelt. Die oft ausgegebenen iPads von Apple sehen viele Lehrende auch nicht als vollwertige Lösung, um geeignetes Unterrichtsmaterial zu erstellen. Sie nutzen also trotzdem noch einen privat angeschafften PC.


Ursprünglicher Artikel von Februar 2021

Wo bleiben die versprochenen Dienstgeräte für Lehrer*innen? Ursprünglich sollten bis Ende 2020 alle Lehrkräfte in Deutschland mit Laptops und Tablets ausgestattet sein. Laut Umfragen in meiner Online-Community scheint bislang nicht mal ein Drittel der Lehrer (!) ein Gerät für digitalen Unterricht zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.


Das Ergebnis in den eher technikaffinen Gruppen bei Twitter und Facebook ist zwar keinesfalls repräsentativ, aber sicher eine glaubwürdige Momentaufnahme. Immerhin: Seit einigen Wochen erhalten offenbar immer mehr Lehrer einen Dienstlaptop oder einen Tablet-PC – teilweise sogar mit hilfreichem Zubehör. Viele behelfen sich auch selbst, schaffen sich ihr Wunsch-Gerät an und geben den Kauf dann in ihrer Steuererklärung an. In diesem Blog-Artikel gebe ich Dir einen Überblick über beliebte Geräte für den Einsatz in Schule und Unterricht.

Microsoft 365 Education - Buch bestellen

Surface Pro von Microsoft: Tablet-PC mit Anstecktastatur

Mit dem Surface Pro von Microsoft* hat sich vor einigen Jahren eine ganz neue Art von digitalem Arbeitsgerät etabliert. Auf dem Tablet-PC läuft Windows 10 als vollwertiges Betriebssystem. Deshalb können Lehrer auf dem Surface Pro auch nahezu alle Apps und Programme nutzen, zum Beispiel die Office-Programme als Teil von Microsoft 365.

Surface Pro von Microsoft
Surface Pro 7 von Microsoft mit Zubehör als Dienstlaptop für Lehrer

Das Besondere: Mit dem Type Cover*, einer ansteckbaren Tastatur, wird das Surface Pro zum Laptop. Weil es so flexibel, leistungsstark und gleichzeitig mobil ist, ist es als Dienstgerät unter Lehrern und generell im Bildungsbereich sehr beliebt. Dazu kommt der Surface Pen als Zubehör*. Mit dem digitalen Stift wird das Surface Pro zum Beispiel zum digitalen Notizbuch und Malblock – auch dank kompatibler Apps wie OneNote. In diesem Blog erfährst Du mehr über die vielen Möglichkeiten rund um Handschrift und Zeichnen mit Windows 10 und Microsoft Office.

Das Surface Pro* ist ein verlässlicher Begleiter für Schule und Unterricht. Auch wenn der Preis inklusive Zubehör zunächst etwas höher als bei anderen Dienstlaptops erscheint: Die meisten Lehrer sind mit dem Windows-Tablet von Microsoft im Alltag zufrieden. Für die meisten Aufgaben im Schulalltag ist das günstigste Modell ausreichend. Für aufwändigeres Arbeiten wie Animationen und Videobearbeitung sollte Dein Surface Pro einen stärkeren Prozessor und mehr Arbeitsspeicher haben.


Surface Go von Microsoft: mobiler Begleiter – auch für Schüler*innen

Das Surface Go* ist quasi der kleine Bruder vom größeren Surface Pro. Das Tablet ist leichter und damit im Klassenzimmer noch handlicher, aber auch ein bisschen schwächer auf der Brust. Für typische Office-Aufgaben und fürs Surfen im Internet ist die Leistung des Surface Go aber absolut ausreichend.

Surface Go 2 als Tablet in der Schule
Surface Go 2 als Tablet in der Schule

Microsoft positioniert das Surface Go gezielt im Bildungsbereich, zum Beispiel als Arbeitsgerät für Schüler*innen und Schüler. Wer als Lehrkraft bereits einen gut ausgestatteten Windows-PC zu Hause hat, sollte über das Surface Go* als mobile Ergänzung für den Einsatz in der Schule nachdenken. Mit Tastatur und digitalem Stift wird es ebenfalls zum handlichen Dienstlaptop für Lehrer.


Übrigens: Wie Du Dein Surface mit einem Beamer, Smartboard oder TV-Gerät verbindest und Unterrichtsinhalte so im Klassenzimmer präsentieren kannst, erkläre ich Dir in einem separaten Blog-Artikel:


iPad von Apple als Tablet für Lehrer

Für viele ist der Begriff „iPad“ mittlerweile ein Synonym für Tablets. Hersteller Apple hat mit den Geräten längst einen Fuß in vielen Schulen: Bei der Anschaffung von Lehrer-Tablets haben sich laut Umfrage viele Kommunen für iPads* in verschiedenen Variante entschieden. Als Dienstgeräte sind sie ebenfalls handlich und dank einer riesigen App-Auswahl vielseitig im Unterricht einsetzbar.

Hinweis auf PayPal

Auch iPads werden mit passender Tastatur und dem Apple Pencil* noch flexibler. Viele Lehrer müssen dieses sinnvolle, aber teure Zubehör bei Bedarf selbst anschaffen. Immerhin: Viele Dienste im Paket Microsoft 365 Education kannst Du auch auf dem iPad nutzen, zum Beispiel Office als mobile App oder die Web-Apps im Browser. Die vollwertigen Office-Programme mit allen Funktionen und Möglichkeiten kannst Du aber nur auf einem Gerät mit Windows 10 installieren.


Welche Dienstgeräte für Lehrer gibt es noch?

Natürlich gibt es noch viele weitere PC-Hersteller, deren Geräte als Dienstlaptops für Lehrer in Frage kommen – von HP bis Lenovo, von Acer bis ASUS. Die meisten davon werden mit Windows 10 als Betriebssystem ausgeliefert, oft auch mit den vorinstallierten Office-Programmen.


Tipps für den PC-Kauf sowie einen Überblick über sinnvolles Zubehör findest Du hier in einem separaten Blog-Artikel. Was Du bei der Einrichtung Deines neuen Computers mit Windows 10 beachten solltest, erkläre ich Dir ausführlich in meinem Praxishandbuch „Microsoft 365 Education“.

Microsoft 365 Education - Buch bestellen

Übrigens: Kaum eine Rolle spielen hierzulande Tablets mit dem mobilen Betriebssystem Android*. Anders als zum Beispiel in den USA haben sich auch die Chromebooks von Google* an deutschen Schulen nicht durchgesetzt, obwohl sie recht günstig sind.

Welches Dienstgerät bekommst Du als Lehrer*in zur Verfügung gestellt – und wie zufrieden bist Du damit? Welche weiteren Laptops und Tablets kannst Du für Schule und Unterricht empfehlen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar unter diesem Artikel. Egal mit welchem Dienstlaptop oder Tablet-PC Du ausgestattet bist: Wenn Du Microsoft 365 Education nutzt, empfehle ich Dir zudem mein Praxishandbuch mit vielen Tipps, Beispielen und Anregungen für digitalen Unterricht.

1 Gedanke zu „Dienstgeräte für Lehrer: Wo bleiben Tablets und Laptops für Schulen?“

  1. Hallo Stefan,

    eine sehr gute Gegenüberstellung der Möglichkeiten.
    Ich habe mir auch Gedanken um das „richtige“ Gerät gemacht und muss sagen, so einfach und simpel wie man auf den ersten Blick denkt, ist es leider gar nicht. Wir als Lehrkräfte brauchen die eierlegende Wollmilchsau … leider schafft kein „Hardwareuniversum“ das so wirklich.
    Vllt findest du noch einige Anregungen: https://smart-classroom.de/das-dilemma-der-dienstgeraete-fuer-lehrkraefte/

    Viele Grüße
    Tino von smart classroom

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: